| Farbiges Instrument – und kein Ungeheuer |
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Sanierte Euler-Orgel in Elzer Peter-und-Paul-Kirche eingeweiht / „Herrlicher Klang" Die Elzer Peter-und-Paul-Kirche ist wieder voller Musik. Am Sonntagnachmittag ist die Conrad-Euler-Orgel nach der umfangreichen Sanierung im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes offiziell ihrer Bestimmung übergeben worden. „Ein herrlicher Klang", rief Pastorin Marita Meixner-Andersohn erfreut, als die ersten Töne nach 18 Monaten Reparatur auf dem Instrument erklungen waren. Die Orgel ist komplett abgebaut und in der Firma Gebr. Hillebrand Orgelbau für insgesamt 300.000 Euro erneuert worden. Viele Menschen hatten sich für die Sanierung der Orgel eingesetzt, allen voran der Orgelbauförderkreis mit seinem Vorsitzenden Walter Fomm. Mittel der Landeskirche, des Kirchenkreises und der Gemeinde sowie zahlreiche Spenden und Erlöse aus verschiedenen Aktionen wie Basaren trugen schließlich dazu bei, die hohe Summe zusammenzutragen. Pastorin Meixner-Andersohn freute sich über das große Engagement: „Es ist ein großes Geschenk für eine Kirchengemeinde, wenn man sieht, wie viele Menschen sich eingesetzt haben." Der für Elze zuständige Orgelrevisor der Landeskirche, Christoph Becker-Foss, brachte den zahlreichen Gemeindemitgliedern im Rahmen einer musikalischen Orgelvorführung das Instrument näher, spielte die verschiedenen Register des Instruments an. Insgesamt verfügt die Orgel nun wieder über 23 Register auf zwei Manualwerken. In den sechziger Jahren war die Orgel schon einmal saniert und an den damaligen Zeitgeschmack angepasst worden. Mit der nun erfolgten Restaurierung wurde die Orgel wieder auf den Stand von Ende des 19. Jahrhunderts gebracht. Und das hat sich gelohnt, wie Orgelfachmann Becker-Foss erklärte: „Es ist nicht das heulende Ungeheuer Orgel, das man oft antrifft, sondern ein sehr differenziertes und farbiges Instrument." Im Rahmen der Sanierung waren unter anderem sämtliche 1170 Orgelpfeifen saniert oder ausgetauscht worden. Vor allem die Metallpfeifen hatten gelitten. Ein großer Teil von ihnen war durch eine chemische Reaktion stark verfallen. Kaum angegriffen wurden hingegen die Holzpfeifen. „Euler war berühmt für sein kostbares Eichenholz", erklärte Becker-Foss. Weiter ersetzten die Orgelbauer die Luftführung, verlegten das Gebläse, erneuerten unter anderem das Pedalwerk und die beiden Manuale der Orgel. Christian Castel, Superintendent des Kirchenkreises Hildesheimer Land, verglich in seiner Predigt die Orgel mit der menschlichen Gesellschaft. Jeder trage wie eine Orgelpfeife nach Kräften zum Gelingen der Gemeinschaft bei. Gott ist in diesem Bild der Organist, der den Gesamtklang im Blick behält. Dieses Bild entspreche allerdings nicht mehr der Wirklichkeit: „Längst haben wir uns dem Direktionsrecht des großen Organisten entzogen." Der neue Individualismus habe aber auch eine Kehrseite, mahnte der Superintendent: „Immer mehr Menschen sind mit der Fülle der Möglichkeiten, die sich ihnen bietet, überfordert." Es drohe ein Kollaps - etwa auf den Autobahnen, im Internet oder an den Finanzmärkten. Der einzelne müsse sich daher wieder mehr zurücknehmen, fordert Castel. „Möge uns diese neue wiederhergestellte Orgel dafür Sinnbild sein, Mahnung und Anspruch."
Bild: Freude über die grundsanierte Orgel: Orgelrevisor Christoph Becker-Foss, Pastorin Marita Meixner-Andersohn, der frühere Organist Christian Windhorst, die derzeitige Organistin Mareike Mahnke, Orgelbaumeister Martin Hillebrand, der frühere Organist Rüdiger Jantzen, Superintendent Christian Castel, die langjährige Organistin Magdalene Meyer und Walter Fomm, Vorsitzender des Orgelbauförderkreises. Text und Foto: Kultur & Kommunikation |















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