|

Bei strahlendem
Sonnenschein und fast hochsommerlichen Temperaturen traf sich am
Samstag, dem 27.Oktober 2009, eine Gruppe interessierter Bürger zu
einer kleinen Stadtführung durch das historische Hildesheim.
Eingeladen zu dieser Aktion unter dem Dach der Interkulturellen Woche
hatte die Wählergruppe Bündnis!.
Das Thema Welterbe
mit Michaeliskirche und Dom stellte der Historiker Dr. Cord Alphei
diesmal nicht in den Mittelpunkt, sondern erzählte mehr von dem
besonderen und nicht immer einfachen.Verhältnis der
katholischen Herren auf dem Domhügel und der seit der Reformation
evangelischen Bürgerschaft rundherum.
Charmant wies er
bei einem Stop am Kahlenberger Graben darauf hin, dass die Wälle
rings um Hildesheim wohl nie ein wirklich ernst zu nehmendes Bollwerk
gegen anrückende Feinde gewesen seien. Dienst taten hier
ausgemusterte Veteranen oder sonstige in ihrer Arbeitsfähigkeit
eingeschränkte Stadtbewohner, denen man auf diese Weise einen
Broterwerb ermöglichte.
Wenn
es wirklich brenzlich wurde, setzten die Hildesheimer auf die
Strategie kompromissbereiter Verhandlungen und öffneten die
Stadttore lieber selbst, bevor die ihre Standfestigkeit gegenüber
einer Erstürmung unter Beweis stellen mussten.
 Das alte Hospital
gegenüber der Godehardikirche und das Wernersche Haus gehören zur Geschichte
der honorigen und wohlhabenden „halben" Reichsstadt Hildesheim
zur Zeit der Renaissance, während das Denkmal auf dem Lappenberg an
eine Zeit in der jüngeren Hildesheimer Geschichte erinnert, die sich
so niemals wiederholen darf. Hier stand einst die jüdische Synagoge,
die in der Reichpogromnacht in Flammen aufging. Das war 1938 der
Auftakt zu einem Völkermord unvorstellbaren Ausmaßes. Gerade die
älteren Teilnehmer in der Gruppe zeigten sich tief berührt. Hoffnungsvoll
jedoch stimmte, dass auch ein Mitglied einer damals verfolgten
Volksgruppe an der Stadtführung teilnahm und uns damit wie
selbstverständlich die Hand entgegenstreckte. An diesem Mahnmal
wurde der Sinn der Interkulturellen Woche sehr deutlich: Für ein
gemeinsames und einvernehmliches Miteinander ist es unabdingbar sich
in all seinen kulturellen Unterschieden kennen und achten zu lernen.
 Durch das „Neue
Tor", das die damalige Neustadt mit dem Weinberg des St. Godehard-
Klosters verband, führte der Weg zurück ins heutige Hildesheim, zu
einem Plausch bei Kaffee und Kuchen im nahe gelegenen „Klee".
|
Kommentare